Die Bilder der Ausstellung „Interiors“ von Michael Meister suchen den Moment, wo sich die Hierarchien zwischen Mensch, Raum und Natur aufheben. Dabei dient der Ausschnitt als Membrane. Innenraum definiert zugleich den Aussenraum. Durch die Reduktion der Bildinformation erreicht der Künstler in den Bildern einen Schwebezustand zwischen Realität und Fantasie, Möglichkeit und Unmöglichkeit.
Dabei werden die Bildinhalte räumlich verschachtelt. Ein Haus steht in der Natur. Das Haus wird bewohnt. Der Bewohner besitzt ein Buch, dieses beinhaltet eine Geschichte.
Michaels Meisters „Interiors“ entstehen in einem Balanceakt zwischen Distanz und Nähe. Macht man als Betrachter einen Schritt zurück, bekommen die Bilder eine erzählerische Qualität und eine Geschichte. Macht man einen Schritt vorwärts, wirken die Bilder prosaisch und verloren. Die Gestalten auf Ihnen sind abgewandt vom Betrachter und bewahren ihr Geheimnis in einer stillen Welt, die sie mit aufgeschlagenen oder bereit liegenden Büchern teilen.
START